Neuseeland

Wir werden in Neuseeland Weihnachten und Silvester feiern, nachdem sich unser Traum von einem Weihnachtsfest auf den Fijis durch Zyklon Evan zerschlagen hat. Wir werden nun in Auckland feiern und eine tolle Zeit haben. Vom 04.01.2013 bis 16.02.2013 fahren wir mit einem Camper durch Neuseeland. Mitte Februar 2013 fliegen wir dann über die Datumsgrenze nach Südamerika.Aber lest und schaut selbst in unseren Reiseberichten und Fotos, was wir Tolles erleben durften …

 

Christchurch 04.01. - 06.01.2012

Unser erstes Ziel auf der Südinsel Neuseelands war Christchurch. Hier bekamen wir von Hostelbookers Deutschland eine sehr schöne Unterkunft, The Old Countryhouse, gesponsort. Das Hostel besteht aus drei Einzelhäusern, die dem Stil der Holzbauten, die man überall in Christchurchs Straßen findet, gerecht werden. Wirklich sehr geschmackvoll. Um die Häuser herum gibt es verschiedene Möglichkeiten, schönes Wetter im Freien zu genießen. Neben einem netten Garten gibt es sogar einen kleinen Whirlpool und eine kleine Sauna. Jedes der drei Häuser, in denen verschiedene Zimmertypen verfügbar sind, hat eine eigene Küche und einen Aufenthaltsraum. Wiederum alles sehr geschmackvoll im Stile eines Countryhouses eingerichtet. Tee und Kaffee ist umsonst, Internet ebenfalls. Zudem stehen Waschmaschine und Trockner zur Verfügung. Das Old Countryhouse ist eines der saubersten Hostels, die wir bisher gesehen haben und das Personal ist überaus nett und hilfsbereit. Somit also beide Daumen hoch!

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Die Zeit in Christchurch war für uns erschütternd, weil das gesamte Stadtzentrum wegen der Auswirkungen des letzten Erdbebens im Februar 2011 immer noch in Schutt und Asche liegt und deswegen auch komplett abgesperrt ist. Überall sahen wir hinter Absperrzäunen zerstörte Häuser und Berge von Steinen der abgerissenen Häuser. Wirklich erschütternd, was das Erdbeben angerichtet hatte und wie langsam die Arbeiten voranschreiten. Wir erkundeten die Stadt mittels einer vom Hostel erstellten Ralley. Irgendwie eine nette Idee, seine Gäste mit ein paar Fragen und Wegbeschreibungen auf einem Blatt Papier loszuschicken.

Mit Edelweiß nach Hanmer Springs, Kaikoura und Akaroa 06.01. - 11.01.2013

Ab dem 06.01. sollte dann unser eigentliches Abenteuer Neuseeland im Camper beginnen. Wir hatten Ende Dezember im Internet einen für Backpacker erschwinglichen Camper für 41 Tage gefunden und freuten uns darauf, diesen am 06.01. in Empfang nehmen zu dürfen - zu früh gefreut. Lucky Rentals hieß unser Anbieter und wir müssen jedem, aber auch wirklich jedem, abraten, bei diesem Chaosclub etwas zu mieten.

Als wir ankamen warteten dort schon einige andere Reisende, die ihren Wagen abholen wollten. Wir bekamen eine Diskussion eines Paares mit dem Mitarbeiter mit, die nichts Gutes vermuten ließ. Schnell kamen wir auch mit zwei Deutschen ins Gespräch, die uns von dem Chaos und den mehr oder weniger straßenuntauglichen Autos berichteten. Na bravo! Wir waren an der Reihe und die überforderte Mitarbeiterin sagte uns, dass unser Camper noch nicht da sei, sie uns aber zu einem Einkaufszentrum fahren könnte, damit wir da etwas shoppen könnten. Hallo? Wir verwiesen auf Camper, die draußen standen und fragten nach denen, da wir einen ausgemacht hatten, der in Ordnung zu sein schien. Die wären alle vergeben. Wir müssten bis 15 Uhr warten, dann würde unser Camper kommen, dieser müsste dann "gereinigt" - die Definition von "reinigen" hat sich Lucky Rentals offensichtlich bei den asiatischen Straßenimbissen abgeschaut - werden und dann könnten wir los. Wir pochten auf unseren Vertrag, dass wir ab 10 Uhr einen Camper gemietet hätten. Das sei ja kein Vertrag, weil nichts bei dieser Internetbuchung unterschrieben worden wäre. Tom entgegnete, dass dies ja perfekt sei, dann könnten wir ja ganz einfach gehen und einen anderen Anbieter suchen, um diesem dann unser Geld zu geben. "Nene, dann müsst ihr 100% zahlen. Ihr habt ja gebucht." "Ich habe ja keinen Vertrag mit euch", merkte Tom an. Doch doch, das sei so, wandt sich die konfuse Dame aus dem Gespräch und legte es immer zu Gunsten von Lucky Rentals aus. Wir hätten uns ja umgedreht und wären gegangen, leider waren aber unseren Kreditkartendetails in deren Computer, weil wir ja schon eine geringe Anzahlung machen mussten. Was tun? Wir klingelten unser Bänker des Vertrauens, Bernd, aus dem Bett in Deutschland. Ergebnis: wir hatten eigentlich keine Chance. Da hatten sie dann aber die Rechnung ohne den mit dem Asienzertifikat ausgezeichneten Handelkönig Tom gemacht, denn er erzählte dann dem anderen Mitarbeiter, dass er gerade mit Mastercard telefoniert hätte und wir ohne Probleme direkt Lucky Rentals sperren könnten und sie nie einen Penny von uns sehen würden, wenn sie uns nicht entgegenkommen würden. Stille. Zur Untermauerung legte Tom den Blick auf, als ob ihm jemand das Riesenschnitzel vom Teller (erinnert Euch an den Bericht aus Kuala Lumpur) klauen wollte. Und dieser wirkte anscheinend. Unserem Vorschlag, einen kleineren Wagen für nur 6 anstatt 41 Tage zu mieten, wurde zähneknirschend zugestimmt. Kleine Randnotiz, wir hatten mittlerweile bei einem anderen Anbieter telefonisch einen anderen Wagen reserviert. Schlaufüchse oder?? ;-) Mittlerweile waren zwei Kunden, die vor ca. 60 Minuten den Hof mit jeweils ihren Mietwagen verlassen hatten, wegen diverser Mängel zurück. Unser Wagen war dann vollkommen unvollständig ausgestattet - eine Gabel, fünf Löffel, ein Teller, kein Wasserkocher ... Wir liefen ohne zu fragen in das Vorratslager und nahmen alles, was wir so brauchten. Es kümmerte keinen da, denn dieser Laden war hoffnungslos überfordert. So fanden sich eine neue Kaffeekanne, ein neues Navi und ein neuer Wasserkocher etc. in unserem Auto wieder. Normalerweise sind wir ja keine Unmenschen, aber dieser Laden von Betrügern hatte es nicht anders verdient und durfte unserer Meinung nach z.B. keine Miete für das Navi sehen.

FAZIT: Finger weg von Lucky Rentals! Lieber etwas mehr bezahlen und glücklich sein.

Wir waren schlussendlich um 15 Uhr auf der Straße. Wir tauften unseren weißen Wagen "Edelweiß", weil es unserer Meinung das edelste Auto der Schrottflotte von Lucky Rentals war. Aber wir waren lucky mit Edelweiß, denn sie fuhr uns zuverlässig überall hin. Wie sieht so ein Leben in solch einem Wagen aus?

Tagsüber werden die Rucksäcke und alles andere nach hinten verfrachtet und es steht das Fahren im Vordergrund. Abends verwandelte sich dann Edelweiß zu unserem Zuhause auf Zeit. Vorne auf den Sitzen fanden sich die Rucksäcke wieder - das Ankleidezimmer. Die Kulturbeutel wurden am Amaturenbrett befestigt - das Badezimmer. Der hintere Teil des Wagens verwandelte sich zu einer Liegefläche - das Schlaf- und Wohnzimmer. Und zu guter Letzt konnten wir die Freiluftküche beim Öffnen der Kofferraumklappe betreten. Herrlich, wenn Vera z.B. Tom fragte, wo die Zahnpasta wäre? Dieser entgegnete dann: "Selbstverständlich in meinem Badezimmer vorne links! Ist doch klar." :-)

Da wir am 11.01. unseren anderen Camper wieder in Christchurch abholen mussten, änderten wir unsere Route kurzfristig und fuhren zunächst nach Hanmer Springs, um dort in die heißen Quellen zu springen. Wir relaxten ein wenig in den warmen Becken und aßen abends in einem indischen Restaurant, in dem schon Prinz Charles gespeist hatte. Am folgenden Tag wollten wir zur Ostküste nach Kaikoura, denn wir hatten den Tipp bekommen, dass dort der Peninsula Walk so toll sein sollte. Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir diesen beeindruckenden Track und wir bestaunten die wunderschöne Küstenlandschaft. Kleinder Tipp von uns für alle, die den Walk machen wollen. Startet in der South Bay und lauft den Weg zuerst oben auf den Klippen entlang bis zum Point Kean. Dort grüßen die ersten Seelöwen beim Sonnenbad. Von dort aus dann am Meer entlang den Pfad zurück. Es ist zwar zuerst ein wenig Kletterarbeit über die Steine, schon bald kann man dann aber an den Möwen- und Seelöwenkolonien vorbeiwandern und die Tiere aus nächster Nähe bewundern. Bitte nur immer genügend Abstand halten, denn die waren definitiv zuerst da! Das letzte Stück bis zum Parkplatz muss man dann wieder oben auf den Klippen zurücklegen. In Kaikoura kann man auch viele Touren zu Delfinen und Walen machen, wir entschieden uns aber dagegen, da wir darauf spekulierten, in der Curio Bay im Süden mit Delfinen schwimmen zu können - ohne dafür 180 NZD p.P. hinlegen zu müssen. Und das Glück sollten wir ja auch am 16.01. - unserem 6. Monatstag unserer Reise - haben. Aber dazu später mehr. Müssen wir noch erwähnen, dass wir in Kaikoura eine Wasserbombe ans Auto geworfen bekamen und das Fenster offen war? Da die Jugendlichen unfähig waren, genau zu zielen, blieben unsere Kameras und das Laptop trocken. Was wäre dann wohl losgewesen? Tom hätte den Heinis wohl nicht nur erzählt, dass seine Jungs aus der Handball-AG getroffen hätten. :-)

Und so führte uns Edelweiß zur wunderbaren Gore Bay, wo wir einen wahnsinnig tollen Campingplatz fanden. Wir bekamen einen Platz mit Meerblick und ließen die Seele baumeln. Vera schaffte es dann rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufzustehen und saß in der offenen Campertür, um diesen zu fotografieren. Tom wusste, dass sie erstklassige Fotos schießen würde und Edelweiß auf Vera aufpassen würde - er blieb liegen, denn "großes Mann brauchen viiiieeeel Schlaf". Ausgeschlafen steuerte Tom dann Edelweiß in Richtung Banks Peninsula, dem Ort, wo die Franzosen damals an Land gingen, um Neuseeland unter deren Fahne zu setzen. Leider drei Tage zu spät, die Engländer waren schneller. Ohhhhhhh!!! :-) Wir fuhren von Christchurch aus über den kurvigen Dyers Pass und die Summit Road zur Okains Bay, um dort auf dem Campingplatz unter hunderten Nadelbäumen eine Nacht zu schlafen. Am nächsten Tag mussten wir dann wieder ständig für Fotos anhalten, weil sich uns nach jeder Kurve der Summit Road ein atemberaubendes Landschaftbild bot. Zu guter Letzt standen wir dann an dem Hafen, in dem die Franzosen damals zu spät landeten, dem Hafen von Akaroa. Die Palmen dort sind übrigens die, die am südlichsten auf dem Globus wachsen. Akaroa ist ein netter, kleiner Ort mit vielen netten Häuschen und französichen Straßennamen - wenigstens war die Fahrt nicht ganz umsonst für unsere Nachbarn.

Die Zeit mit Edelweiß neigte sich dann dem Ende entgegen und wir feierten gemeinsam auf einem Campingplatz in der Nähe von Christchurch Abschied. Es tat uns fasst ein wenig Leid, dieses zuverlässige, aber leider von Lucky Rentals 0,0 gepflegte Auto in die Hände dieser Chaoten zurückzugeben. Wir stiegen am 11.01. auf ein Auto der Jucy-Flotte um. Dieses Auto, in dem wir nun bis zum 15.2. unterwegs sein werden, ist fast neu und machte einen ganz anderen Eindruck, für, aufgepasst, den annähernd selben Preis.

Camper die Zweite 11.01. - 15.02.2013

Lake Tekapo 11.01. - 12.01.2013

Nun machten wir uns mit einem Jucy-Van auf die Reise in Richtung Süden und wir mussten natürlich zuerst einen Namen für das Zuhause für 36 Tage - im Übrigen die längste Zeit für uns in demselben Bett - finden. Aufgrund der auffälligen Farben grün-lila stand für Tom der Name direkt fest: HULK.

Vera lächelte nur müde, dass sie nicht gähnte war alles, und so suchten wir weiter. Wir entschieden uns für Lilli - jetzt fragt nicht "Warum?" - und Tom beugte sich. Lilli hatte zuerst den Auftrag, uns zum Lake Tekapo zu bringen. Das tat sie und wir staunten nicht schlecht, als wir das Türkis des Sees zum ersten Mal sahen. Direkt am Ende des Sees lag unser Campingplatz und Lilli platzierte sich, wie es sich für eine hübsche Dame gehört, nett in bester Lage in der Sonne. Wir auch. Wir genossen in unseren Campingstühlen den Blick auf den See. Hunger machte sich bemerkbar und Tom fiel da ein, dass dieser Campingplatz eine Barbecue-Area mit Seeblick hatte. Chicken-Spieße auf den Grill und rubbeldizapp war das Fingerfood fertig. Nach diesem Snack wollten wir dann doch mal die Temperatur des Sees testen und hielten zuerst eine Zehenspitze rein, um sie auch DIREKT wieder rauszuziehen. Es schauten aber zu viele Leute zu und so musste Tom natürlich Stärke beweisen, er ging mit den Füßen ins Wasser. Nach fünf Minuten bis zu den Knien, nach zehn Minuten noch ein bisschen mehr ... dann kam ein anderes Pärchen an den See. Sie testete und bekam ebenfalls Gefrierbrand, aber er ging ins Wasser. Und es sah auch noch dynamisch aus, so dass Tom wie der Depp des Jahrzehnts da stand. Das muss bestimmt ein Finne oder Russe gewesen sein, die sind ja im Eiswasserschwimmen erprobt. Und so kämpfte Tom hartnäckig weiter und stand nach 15 Minuten bis zur Mitte der Oberschenkel im Wasser und liebe Leserinnen, ab da wird es für einen Mann dann irgendwann echt schmerzhaft. "Deshalb ist es auch eine wesentlich höher zu bewertende Leistung, wenn wir Männer in eisiges Wasser gehen", predigte Tom. Erinnert ihr euch an das müde Lächeln Veras von vorhin? Sie legte es wieder auf, ging an Tom vorbei ins Wasser, konnte aber nicht verbergen, dass es auch ihr keinen Spaß machte. Aber Tom stand immer noch da. Der Sieg ging klar an Vera, obwohl Tom dann doch noch hinterhersprang und wir uns dann zusammen fröhlich zitternd abtrockneten. Als nächste Aktivität stand dann das Steineflitschen auf dem Programm. Wir machens kurz, Tom gewann haushoch und wird zuhause mal Veras Papa interviewen, weil sie hm erzählte, dass sie es damals viel besser mit Papa konnte. Veras Rekord war heute einmal zwei Hüpfer, die aber auch wirklich nur mit zwei geschlossenen Augen als solche tituliert werden konnten. Ansonsten hatte Tom das Gefühl, dass sie einfach nur die Steine zurück ins Wasser werfen wollte. ;-)

Am nächsten Morgen hatten wir entschieden, bei wunderschönem Wetter Neuseelands höchsten Berg zu besuchen, den Gletscher Mount Cook. Die Maori nennen ihn auch Aoraki. Vorher fuhren wir aber noch zu der kleinen Kapelle am Lake Tekapo, die auch gerne zum Heiraten gebucht wird. Warum wussten wir, als wir in der Kapelle standen, der Blick auf den Lake Tekapo und die umliegenden Berge war atemberaubend. Wir haben nun noch einige Zeit, um eine Lösung zu finden, wie wir unsere Familien und alle Freunde nach hier bekommen ... Sponsoren für das Chartern eines Flugzeuges können sich bitte per Mail an uns wenden. Danke!

Lake Pukaki und Mount Cook 12.01. - 13.01.2013

In sämtlichen Reiseführern steht, dass die Aussicht vom Lake Pukaki auf den Aoraki bei gutem Wetter dem Motiv auf Postkarten gleicht. Sie hatten Recht, denn wir kamen am Lake Pukaki an und mussten wiederum ob der Schönheit dieser Landschaft staunen. Bei blauem Himmel und türkisem Wasser erstrahlte der schneebedeckte Gipfel des Aoraki eingerahmt von grünen Tannen in vollem Glanz.

Wenn man dann am Lake Pukaki die Straße zum Mount Cook gute 50 km entlangfährt, kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Wenn man sich wieder etwas mehr auf die Straße und weniger auf das Panorama konzentriert, kommt man heil in dem kleinen Dorf Mount Cook an, in dem es einen großen Informationscenter des DOC (Department of Conservation) gibt. Das DOC kümmert sich um die Nationalparks Neuseelands, richtet Campingplätze ein, die wenig kosten, nur mit dem Nötigsten ausgestattet sind und häufig einzigartig in der Natur liegen. Meistens zahlt man 6 NZD pro Person und Nacht. Auch hier gab es einen dieser Campingplätze und wir suchten uns ein nettes Plätzchen. Leider hatte uns die Dame im DOC-Center auch gesagt, dass das Wetter nur noch bis zum Nachmittag so gut sein sollte, der Wind dann auffrischen und es nachts anfangen sollte, zu regnen. Deshalb machten wir noch eine kleine Wanderung zum Kea-Point, um den Aoraki zu sehen. Es waren schon dicke Wolken vor den Gipfel gezogen, aber trotzdem verlor der Berg nicht an seiner Wirkung. Zurück bei Lilli kochten wir mit unserem Gaskocher eine Reispfanne, was bei dem stärker werdenden Wind gar nicht so leicht war. Amüsant war dann noch, dass sich neben uns Franzosen mit ihrem Auto niederließen und der Opa der Runde nichts Besseres zu tun hatte, als das 50 Meter entfernet WC zu meiden, um dann zehn Meter von uns entfernt ins Gebüsch zu schiffen. Die Strafe sollte in der Nacht folgen, denn offensichtlich hatten sich die Herrschaften nicht über das Wetter informiert. Zwei der vier wollten unter einer aufgespannten Zeltplane im Schlafsack schlafen, zwei unter freiem Himmel. Wir legten uns, geschützt durch Lilli, in die Federn. Ab 2 Uhr fing es an zu regnen, ab 4 Uhr wurde aus dem Wind ein Sturm, der Lilli teilweise wie beim Elchtest durchschüttelte. Die A-Klasse wäre umgekippt, Lilli nicht. Was die Franzosen machten? Um 5 Uhr schauten wir aus dem Fenster und die mussten alle ins Auto umgezogen sein. Gemütlich! Um 6.30 Uhr war das Auto weg. Unserer Meinung nach war das die gerechte Strafe! :-)

Als wir aufstanden, mussten wir ohne eine Tür des Wagens zu öffnen, die Rucksäcke von den Sitzen nach hinten schaffen, um dann auf die Sitze zu klettern und bis zum WC fahren zu können. Mit eisigem Gletscherwasser aus dem Wasserhahn putzen wir unsere Zähne und zogen unsere Schlaffalten aus dem Gesicht. Leider war an die Wanderung, die wir uns ausgesucht hatten, nicht zu denken, sodass wir uns auf in Richtung Ostküste machten, wir wollten Pinguine sehen.

Twizel, Oamaru, Katiki Point 13.01. - 14.01.2013

Um bis zur Küste zu kommen, fuhren wir über Twizel zuerst zu den Elephant Rocks. Diese Felsformationen, die wild verstreut mitten in den Schafweiden liegen und ein tolles Fotomotiv abgeben, sind auf jeden Fall einen kurzen Abstecher wert.

Die Fossile, die man in der Gegend besuchen kann - z.B. ein kleines Walskelett - kann man da schon eher vernachlässigen, denn viel zu sehen bekommt man nicht. So brachten wir also relativ zügig die Strecke bis nach Oamaru hinter uns, wobei auf solchen Strecken in Neuseeland immer tolle Landschaften zu sehen sind. Neben der meist hügeligen bis teils bergigen Landschaft kreuzt man häufig blaue Flüsse, fährt an riesigen Wiesen vorbei, auf denen unfassbar viele glückliche Schafe, sehr sehr viele Kühe - erinnerte uns an Süddeutschland und die Alpen - und hin und wieder Rehe weiden. Gerade Schafherden bekommt man sehr häufig zu sehen und meistens haben die Tiere auch noch ihr wollenes Kleid, manche waren jedoch gerade beim Friseur und laufen mit einer Kurzhaarfrisur über die Weiden. Wir fanden es erstaunlich, wie viel schmaler und kleiner Schafe dann wirken. In Oamaru informierten wir uns nur kurz, wo es Pinguine zu sehen gibt und welcher Campingplatz dazu am nächsten liegt. Und diesen fanden wir dann in Hampden, einem Örtchen in der Nähe von Moeraki, wo es die Moeraki Boulders - felsige Kugeln, die man bei Ebbe am Strand sehen kann - zu bestaunen gibt. Zudem liegt der Katiki Point nur 3 km entfernt, an dem man die seltensten Pinguine der Welt, die Yellow Eyed Penguins, im Nachmittag und frühen Abend beobachten kann. Denn dann bringen die Eltern ihren Fischfang vom täglichen Angeltrip an Land zu ihren Jungen, die schon hungrig warten. Leider kapieren manche Touristen trotz einiger Hinweisschilder nicht, dass man den kleinen watschelnden Tierchen niemals auf ihrem Weg zum Nest im Weg stehen darf. Einige Menschen sind anscheinend zu doof oder wohl eher zu ignorant und stellen sich trotzdem dorthin. Der Pinguin schaute den Mann mit seinem vorgehaltenen Ipad an, dieser verstand die Körpersprache des kleinen Freundes nicht. So wiesen wir den Heini darauf hin - wir wollen dafür nicht in den Himmel, sondern eher alle Leser hier ermutigen, stupide, unwissende und ignorante Touris immer wieder auf deren Fehlverhalten im Sinne der Tiere hinzuweisen. Das gilt auch für diejenigen unserer Gattung, die in die Hände klatschen, um die sich sonnenden Pinguine zu einem dreifachen Salto mit Schraube zu animieren, oder die diesen wehrlosen Tierchen Steinchen zuwerfen, um sie aufzuwecken. Der Mensch ist manchmal das dämlichste Tier, was wir auf unserer Reise beobachten müssen. Es macht dann aber umso mehr Spaß, in die Gesichter zu schauen, wenn man sie darauf anspricht. :-)

Dunedin und die Catlins 14.01. - 16.01.2013

Auf dem Weg weiter in Richtung Süden schauten wir uns den Nugget Point an, welchen man nach einem kurzen, unbeschwerlichen Walk erreicht. Den Leuchtturm und die vorgelagerten Felsen im Wasser, an und auf denen Vögel und Seehunde ihren Tag verbringen, sollte man gesehen haben.

Auch der Tunnel Beach Walk ein wenig südlich von Dunedin ist lohnenswert. Man kann die Klippen an der Ostküste wunderbar überblicken, die eindrucksvolle Kraft der Wellen sehen und zudem die Beine für insgesamt 40 Minuten bewegen. Der Weg zurück zum Auto ist nicht leicht, weil es sooooo lange steil bergauf geht. Wir hatten unsere Dosis Sport für diesen Tag damit hinter uns und unser Weg führte uns weiter in die eine Gegend, die sich The Catlins nennt. Ganz im Süden der Südinsel liegt dieser Nationalpark, in dem man viele kleinere Walks zu Wasserfällen oder Halbtageswanderungen machen kann. Ein Highlight dort ist zudem die Curio Bay, in der man die seltenen, nur in Neuseeland vorkommenden Hector Delfine, und die Yellow Eyed Penguins in unmittelbarer Umgebung sehen kann. Dass wir dahin wollten, stand für uns schon lange fest und als wir im Nachmittag dort ankamen, sahen wir schon die ersten Delfine in den Wellen spielen. Wir hatten uns allerdings vorgenommen, zunächst an diesem Abend erneut die Pinguine zu beobachten und am nächsten Tag dann zu den Delfinen ins eisige Wasser zu gehen. So saßen wir gegen 18 Uhr an der Stelle, wo die Watschler für gewöhnlich mit dem Fang im Magen aus dem Wasser kommen. Gegen 18.30 Uhr zeigte sich der erste, wenig später der zweite und dritte Pinguin. Vom Campingplatz aus konnte man sogar noch eine Plattform erreichen, von der man die Pinguine an diesem Tag besser sehen konnte - wir wechselten den Standort. Und als wir oben auf der Klippe ankamen, stand dort ein Pinguin, der gerade mal auf dem Campingplatz nach dem Rechten sehen musste. Er watschelte ein wenig umher, aber immer in der Nähe des Gebüschs, aus dem er gekommen war. Alle Touristen hier hielten ausreichend Abstand zu dem kleinen Freund und erfreuten sich des Anblicks. Zufrieden gingen wir zum Camper, kochten uns ein Süppchen und aßen Toast mit Käse zum Abendbrot.

Als wir die Augen am nächsten Tag aufmachten, waren wir nun genau sechs Monate unterwegs und es sollte ein ganz besonderer Tag werden, weil wir ja ein Date mit den Hector Delfinen im Wasser hatten.

Da die Delfine noch nichts von ihrem Glück wussten, brauchten wir ein wenig Glück, dass sie auch genau dann vorbeischauen, wenn wir da sein würden. Wir zogen uns die Badeklamotten an und darüber das eine oder andere Kleidungsstück, denn ein kalter Wind sorgte für Gänsehaut. Auf dem Weg zum Strand trafen wir Ruth und Lukas, die denselben Plan wie wir hatten. Kurzerhand gingen wir zusammen zum Strand und sahen die Delfine schon in den Wellen surfen. Dieter Bohlen würde sagen, dass aus der Gänsehaut plötzlich Elefantenpickel wurden. Es bot sich uns ein so friedliches, verspieltes, sorgenfreies Bild, dass wir uns wie elektrisiert die Klamotten vom Leib rissen und ins Wasser stürmten. Die eisige Kälte war nebensächlich - erinnert euch, wie lange Tom am Lake Tekapo benötigte! Die Chance, mit diesen wunderbaren Tieren, die die Curio Bay als eine Art Aufzuchtbecken für ihre Jungen nutzen, in den Wellen zu spielen, ließ uns das wirklich eiskalte Wasser vergessen. Und so standen wir im Wasser und wussten nicht so wirklich, was wir nun tun sollten. Von sämtlichen Hinweisschildern wussten wir, dass wir uns eher zurückhaltend verhalten und nicht den Kasper im Wasser machen sollten. Wir machten ein paar Handbewegungen an der Wasseroberfläche und tatsächlich kamen dann irgendwann die freundlichen, kleinen Delfine vorbei, so als ob sie wirklich interessiert daran gewesen wären, was wir denn da im Wasser zu suchen hatten. Entweder sahen wir sie in einer der größeren Wellen auf uns zu surfen oder wir konnten sie direkt neben uns in ruhigem Wasser vorbeischwimmen sehen. Sie kamen immer nach einer kurzen Zeit, in der sie die anderen Menschen im Wasser beäugten, wieder und verschafften uns so eines der schönsten Erlebnisse, das wir bis dato mit Tieren haben durften. Nach guten 45 Minuten flüchteten wir dann doch mit blauen Zehen und Fingern aus dem Wasser und mummelten uns in die warmen Klamotten ein. Ein warmes Süppchen - ihr merkt, dass das unsere Budget-Campernahrung ist - brachte einige Lebensgeister zurück, bevor wir dann mit Ruth und Lukas, wir nahmen die beiden ein Stück mit, zum Slope Point fuhren. Der Slope Point ist der südlichste Punkt der Südinsel und damit auch der südlichste Ort, an dem wir in unserem Leben waren. Zurück am Highway verabschiedeten wir uns schon wieder von Ruth und Lukas, da sie in Richtung Dunedin trampen wollten. Uns zog es nach Riverton, der ältesten Stadt der Südinsel. Dort angekommen suchten wir uns zur Feier des Tages ein gutes Fischrestaurant und genossen bei sensationellen Seafood und Weißwein den Abend.

Milford Sound 17.01. - 18.01.2013

Unsere Reise führte uns zu einem der Highlights der Südinsel, dem Milford Sound. "Sound" bedeutet dabei so viel wie Fjord.

Um zum Milford zu kommen, muss man Te Anau passieren, wo wir uns im DOC-Informationscenter über die Beschaffenheit der Wanderwege informierten. Nach der großen Flut bedingt durch Regen vor ein paar Wochen, war zum Beispiel einer der Great Walks Neuseelands, der Milford Track, an vielen Stellen erst seit ein paar Tagen wieder passierbar. Ebenso wurde die Straße zum Fjord immer über Nacht vor dem Homer Tunnel gesperrt, um Straßenarbeiten durchzuführen. Wir fuhren durch diese malerische Landschaft nachmittags bis kurz vor den Homer Tunnel auf einen DOC-Campingplatz mit dem Namen Cascade Creek. Die Sonne begleitete uns, was in dieser Gegend nicht wirklich häufig der Fall ist, was die neulichen Fluten eindrucksvoll belegten. Zum Abendessen gab es eine leckere Bolognese, die hinter unserem improvisierten Windschutz zuibereitet wurde. Den Abwasch mussten wir im eiskalten Wasser des angrenzenden Flusses machen, da es auf DOC-Campingplätzen meistens nur Toiletten gibt, die Gebühr pro Person aber auch nur bei 6 NZD liegt. Tom verlor das Schnick-Schnack-Schnuck und musste den Abwasch machen, Vera trocknete ab. Man könnte es die berühmte A...-karte nennen, denn ohne Spüli in eiskaltem Wasser fettige Teller etc. zu spülen führte dazu, dass sich das Fett im Schwamm sammelte und damit zwangsläufig auch an Toms Händen blieb. Das Wasser perlte wie auf einer Goretex-Haut direkt ab. Da wir am nächsten Morgen sehr früh aus den Federn mussten, entschieden wir uns noch für einen kleinen Abendspaziergang im Flussbett verbunden mit dem Putzen unserer Beißerschen. Da sich in dem steinigen Flussbett mehrere kleinere Flussläufe ihren Weg suchten, war dies ein wunderbarer Spielplatz für das Kind im Manne - es stand das Bauen einer Steinpassage für seine Holde auf dem Stundenplan. Mit einer Freude warf Tom Steine in den Fluss und Stein um Stein bildete sich ein Weg, der natürlich immer wieder getestet werden musste. Nach mehrmaligen Versuchen waren die Füße immer noch trocken, jedoch war Vera nicht überzeugt und so entschied sie sich für einen anderen Rückweg. Eine unfassbare Dreistigkeit! Traurig ging Tom ins Bett. :-) Vera konnte nicht einschlafen, weil es sich direkt neben uns ein Franzose mit einem geliehenen Zelt ohne Isomatte und nur einem dünnen Schlafsack in einem Ein-Mann-Zelt mit seinem dicken Rucksack "bequem" gemacht hatte. Als wir ins Bett gingen, war es schon bitterkalt und Vera überlegte, wie sich unser Nachbar fühlen müsste ...

... am nächsten Morgen war uns klar, dass es eine Horrornacht gewesen sein muss, denn unsere Frontscheibe war vereist und der Franzose stand zitternd in SANDALEN neben seinem Zelt. Aber er lachte, lebte und war frohen Mutes, die Nacht überstanden zu haben. Zeitig setzten wir unsere Fahrt in Richtung Milford Sound fort, da der Tunnel um 7 Uhr wieder öffnete und unsere Bootstour um 8.30 Uhr startete. Die Sonne gab sich auch an diesem Tag wieder die Ehre und so erlebten wir diesen beeindruckenden Fjord bei blauem Himmeln. Spezielles Highlight war dann noch die Dusche unter einem Wasserfall, den nur wir beide bis zum Ende durchhielten, alle anderen Passagiere kapitulierten. Wir können jedem die Tour mit dem Anbieter Mitre Peak früh morgens empfehlen, da die Boote nicht zu groß und morgens auch nicht voll sind.

Wir machten auf dem Rückweg nach Te Anau noch den einen oder anderen kürzeren Walk und im Nachmittag stellten wir den Camper in Te Anau ab. Wir gönnten uns eine Pizza zum Abendessen und staunten danach über die internationale Schülergruppe auf dem Campingplatz, die bei den kalten Temperaturen in Hot Pants und Muskelshirts rumliefen und vom Türenschließen keine Ahnung hatten - bis Tom sie immer und immer wieder erneut bat, die Türe zu schließen. Denn wir saßen noch eine Weile im Aufenthaltsraum mit Schokolade, um die Homepage zu aktualisieren. Das macht halt eben keinen Spaß, wenn es kalt wird. Vor allem die Jungs waren aber super drauf und man sah das "Oh, da war ja was!" in deren Gesichtern.

Queenstown 19.01. - 21.01.2013

Von Te Anau düsten wir nach Queenstown, der Stadt, wo man viele Adrenalin-Adventures machen kann. Auf uns wartete Laura dort, die wir über unsere Öcher Jungs auf Bali kennengelernt hatten und in den kommenden Wochen in unserem Camper mitnehmen würden. Immer schön so ein Wiedersehen auf Reisen.

Queenstown selber ist ein Ort, der uns an modernere Skiorte in den Alpen erinnerte, da man an vielen Ecken sehen konnte, dass das Geld hier zuhause ist. Das merkten wir auch an den Preisen für die Campingplätze, die zwischen 10 und 15 NZD teurer als sonst waren. Queenstownaufschlag. Alternativ können wir den DOC-Campsite am Moke Lake empfehlen, wunderschön gelegen. Wir wollten in Queenstown keine Action-Aktivitäten machen, sondern eigentlich nur ein wenig den Ort anschauen und mit der Gondel auf den Hausberg fahren, um dort oben ein wenig zu wandern und die Aussicht zu genießen. Dies taten wir auch mit Laura gemeinsam am zweiten Tag. Des Weiteren gingen wir in dem berühmten Fast-Food-Restaurant Fergburger Burger essen. Wer in Queenstown ist, muss da hin!!! Doppelte Lage Fleisch und Käse, das sind Männerburger, die selbst Tom kämpfen ließen. Wenn Fergburger ernst machen würde, um die Weltherrschaft an sich zu reißen, könnten die Herren Mc Donalds und Co. die weiße Fahne hissen. Nach zwei Tagen verließen wir dann Queenstown und machten uns, nun zu dritt, auf zu den Gletschern der Westküste.

Fox und Franz Josef Glacier 21.01. - 22.01.2013

Auf der Route zu den weißen Giganten liegt das nette Örtchen Wanaka, was eigentlich einen Besuch verdient hätte. Wir entschieden uns aus Zeitgründen allerdings dagegen und wollten den Fox Glacier erreichen. Im Nachmittag standen wir dann auch nach einer kurzen Wanderung am Fuße der Gletscherzunge.

Da das Wetter den kompletten oberen Teil des Gletschers aber in Nebel und Wolken einhüllte, war der Anblick wenig spektakulär. So erkundgten wir uns im Ort noch nach Helikopterflügen, weil wir eigentlich auf einem der beiden Gletscher, der andere hat den schönen deutschen Namen Franz Josef, einen Heli-Hike machen wollten. Wir bekamen aber von vielen im Vorfeld davon abgeraten, weil oftmals der Flug gerade mal zwischen fünf und zehn Minuten dauern würde und auch nicht die oberen Teile der Gletscherlandschaft angeflogen würden. Dafür wollten wir dann nicht so viel Geld hinlegen. Alternativ fragten wir nach Ganztagestouren, bei denen man auf das Eis des Gletschers wandert. Da sich die Dame in dem Shop aber irgenwie sehr aufdringlich verhielt, hatten wir kein gutes Gefühl und wollten den Service am Franz Josef abwarten. Dort kann man zwar keine Tageswanderung machen, da der Gletscher aus dem Tal nicht sicher zugänglich ist, es gibt aber ebenfalls viele Angebote für Helikopterflüge. Was außerdem für den nächsten Tag sprach war, dass die Wettervorhersage bombastisch war.

Und als wir dann am Morgen noch in der Nähe vom Fox Glacier den Lake Matheson, dieser ist für die Spiegelungen der Berge auf seiner Wasseroberfläche bekannt, umwandert hatten, kamen wir gegen Mittag am Franz Josef an. Zunächst fuhren wir ins hiesige DOC-Center und buchten für den Abend eine Live-Kiwi-Tour. Diese bekamen wir empfohlen und wir wollten so gerne im Land der Kiwis auch einen echten Kiwi in freier Wildbahn sehen. Tom kümmerte sich in einem Telefonat mit dem Guide um die Formalitäten, während er sich wunderte, warum Vera und Laura hinter ihm rumgackerten. Was war passiert? Der DOC-Mitarbeiter hatte währenddessen von seinen Glücksgefühlen nach einem Skydive erzählt und die beiden dazu ermutigen wollen. Laura entschied sich dafür und buchte einen Sprung aus 12000ft Höhe. Vera zweifelte noch und entschied sich letztlich dagegen. Stattdessen machten wir uns gemeinsam wegen eines Helifluges schlau und entschieden uns für den langen 40 Minuten Scenic Flight über alle Gletscher (Franz Josef, Fox, Tasman und Mt Cook). Die Jungs hinter dem Tresen gaben an, dass es die besten Bedingungen seit 5-6 Wochen wären und es deswegen ein noch besondereres Erlebnis sein würde. Sie sollten Recht behalten, denn als wir dann später im Helikopter saßen, sprach auch der Pilot von den fantastischen Wetterverhältnis, die es so nur ganz ganz selten hier geben würde. Deswegen konnten wir auch auf über 10000ft steigen und standen in der Luft dem höchsten Berg Neuseelands, dem Mt Cook, Auge in Auge gegenüber. Atemberaubend die felsigen, vom Schnee und Eis umgebenen Bergspitzen aus nächster Nähe zu sehen. Vor allem konnten wir auch den Campingplatz auf der anderen Seite des Mt Cook sehen, auf dem wir die Sturm- und Regennacht zwei Wochen zuvor erlebten. Irre. Nach 25 Minuten Flug landeten wir dann auf einem riesigen Schneefeld, das umringt von den Bergspitzen der weißen Giganten in der Sonne lag. Als wir da so auf dem ewigen Eis standen, den wolkenlosen Himmel und die Schneelandschaft sahen, dachten wir spontan an unseren jährlichen Skiurlaub mit unseren Töpperweins und wie sehr wir uns auf diesen schon wieder Ende des Jahres freuen. Zu guter Letzt flogen wir dann über die Gletscherzunge des Fox Glaciers zurück und aus dieser Perspektive war sie sehr wohl wahnsinnig eindrucksvoll. Wir konnten in die tiefen Gletscherspalten schauen und uns das stetige Wandern des Eises gut vorstellen. Vollkommen euphorisiert landeten wir wieder sicher und wussten, dass sich jeder Cent dieses teuren Bonbons gelohnt hatte. Und als wir noch überlegten, wo wir auf Laura warten sollten, kam sie auch schon strahlend wie ein Honigkuchenpferd mehr hüpfend als gehend auf uns zu. Der Sky Dive hatte sie total geflasht. Wir entschieden uns für Schatten und eine kalte Cola im nächstbesten Café.

An diesem Tag sollte ja noch ein weiteres Highlight auf uns warten, die Kiwi-Tour mit dem kiwiverrückten Guide Ian. Dieser verrückte Kerl begrüßte uns abends vor seinem Haus mit noch fünf anderen Deutschen. Ian selber ist Engländer und freute sich sichtlich, nur Deutsche auf seiner Tour begrüßen zu dürfen, alles natürlich in bestem englischen Humor verpackt. Nach einer kurzen Einweisung bewaffneten wir uns alle mit Moskito-Hüten, Handschuhen und einer Taschenlampe, dann fuhren wir zum Ausgangspunkt und ins Revier des ersten Kiwipaares. Ian erzählte uns einiges über die seltenen Vögel und über das Schutzprojekt vor Ort. So schaffte man es in den letzten 25 Jahren die Population des seltensten Kiwis der Welt von knapp 150 auf 285 zu erhöhen. Außerdem erfuhren wir, dass Kiwis sehr territorial sind und ein Gebiet von zwei Quadratkilometern mit ihrem Partner ihr Reich nennen. Ian merkte man an, dass er sein Leben diesen süßen, hilfsbedürftigen Vögeln gewidmet hatte, und so sprudelten noch etliche Eigenschaften der Kiwis aus ihm auf seine lustige, unterhaltsame Art raus. Dabei standen wir mittlerweile mitten im Wald und damit dem Reich eines Kiwipärchens, in dem es auch sehr sehr viele Mücken gab. Nach einigen abschließenden Instruktionen, was jeder tun müsste, um am ehesten als Gruppe Erfolg zu haben, fanden wir uns alle auf dem Waldweg auf einer Breite von 100 Metern verteilt mit den Ohren auf den Wald ausgerichtet wieder. Für einen Außenstehenden musste das ein total beklopptes Bild abgegeben haben, aber wir waren ja unter uns. Während Ian per GPS-Ortungssystem die Standorte der Kiwis zu orten versuchte, lauschten wir nach lauterem Rascheln auf dem Waldboden, welches die Kiwis mit ihren großen Füßen verursachen würden. Bis auf das laute Summen der Mücken, die um die Netze unserer Hüte blutdürstend umherflogen, hörten wir nichts. Wir änderten in den folgenden vier Stunden bis Mitternacht öfters unsere Standorte, da Ian per GPS erkennen konnte, dass die Kiwis dies ebenfalls taten. Dabei wanderten wir sogar in der Finternis der Nacht gute drei Kilometer auf den Wegen in den Wald hinein, einen Kiwi sahen wir aber leider nicht. Enttäuschung machte sich breit, vor allem weil Ian seit 2 1/2 Monate auf der täglichen Tour immer Kiwis gesehen hatte. Sollte die Serie heute etwa reißen? Ian sprach von einer letzten, minimalen Chance, dass wir auf dem Rückweg zum Auto ggf. noch einen kleinen Laufvogel sehen könnten. Die Chance wäre aber minimal. Bis 50 Meter vor dem Parkplatz hörten wir keine verdächtigen Geräusche, doch dann deutete Ian uns, stehen zu bleiben und absolut leise zu sein. Wir hörten das erste Mal ein verdächtiges Rascheln in der Nähe des Weges. Ian schaltete seine Rotlichtlampe an, leuchtete in diese Richtung und tatsächlich streckte BZ, ein Kiwihahn, seinen Kopf aus dem Gras heraus und trottete über den Waldweg und diesen ein Stück entlang. Es war absolut faszinierend den seltensten Kiwi der Welt um 0.30 Uhr in vollkommener Dunkelheit über den Weg trotten zu sehen. Ein Gänsehautmoment folgte dann noch, als BZ wieder im Busch verschwand und mehrere laute Rufe nach seinem Weibchen ausstieß. Wie unglaublich laut so ein kleiner Vogel werden kann, bei solch einem großen Hoheitsgebiet aber ja auch notwendig. Glücklich und zufrieden gingen wir noch um die Ecke zu unseren Autos und Ian fiel sichtlich ein Stein vom Herzen, dass er uns "seine" Kiwis zeigen konnte. Wer also nach Franz Josef kommt sollte im DOC-Center nach der Live-Kiwi-Tour mit Ian fragen. Es lohnt sich!

Westküste bis Abel Tasman Nationalpark 23.01. - 24.01.2013

Die folgenden beiden Tage nutzten wir, um die etwas längere Strecke in Richtung Abel Tasman Nationalpark hinter uns zu bringen. Vornehmlich regnete es und somit waren es zwei perfekte Tage, um Kilometer zu fressen. Trotzdem hatten wir immer ein Auge für die tolle Küstenlandschaft, welche wir dann und wann mit der musikalischen Untermalung von Beethoven, Bach und Co. - Tom hatte heimlich eine CD für 6 NZD gekauft. Die Musik passte ganz gut zu der Fahrt und so genossen dann auch die Mädels irgendwann die Musik.

Abel Tasman Nationalpark und Golden Bay 25.01. - 27.01.2013

Der Abel Tasman Nationalpark liegt im Norden der Südinsel und ist nach dem holländischen Seefahrer und Entdecker Abel Tasman benannt. Dieser war der erste Westler, der Neuseeland fand, dann aber zu viel Angst vor den Maori hatte, sodass er nie einen Fuß auf neuseeländischen Boden setzte.

Er beschränkte sich damals darauf, dass Land vom Wasser aus zu kartografieren. An der Küste dieses Nationalparks verläuft einer der berühmten Great Walks Neuseelands, von dem man auch Teile mit dem Kajak zurücklegen kann, und genau das wollten wir tun. Dazu suchten wir uns mit Kahu Kajaks einen Anbieter raus, von dem wir bis dato immer nur gehört hatten. Als wir auf deren Galände ankamen, begrüßte uns Ethan als unser Guide sehr nett. Ethan ist Kiwi, hat aber eine Mama in Kalifornien, sodass er dieses Jahr den Winter in Kalifornien mit Surfen zubringen wird. Auch nicht sooo schlecht. In unserer Gruppe fuhren an diesem Tag noch Peter aus Sankt Gallen, der mit Laura ein Kajak teilte, und ein englisches Pärchen mit. Zuerst wurden wir aufgefordert ins Wassertaxi zu steigen, welches noch auf dem Firmengelände stand. Ein Boot an Land macht wenig Sinn und deshalb wurden wir auch von einem Traktor bis zum Strand gezogen und dort ins Wasser gelassen. Es war unsere erste Fahrt in einem Boot an Land. Im Wasser wurden dann noch die Kajaks hinten auf des Boot geschnallt und los gings bis kurz vor den Shaq Point. Dort gingen wir an einem wunderschönen, leicht gold gefärbten Strand an Land und standen in einer wunderschönen Bucht. Ringsherum nur saftig grüne Bäume, Farne und Gräser an Land, Treibgut am Strand und eine Insel im welligen, blauen Meer. Ethan wies uns in die Kunst des Kajakfahrens mit einem Zweier-Seekajak ein. Wir zwei hörten genau zu, denn so sehr wir auch in nahezu allen Dingen kompatibel sind, Kajakfahren hatte bisher zusammen noch nie so richtig funktioniert. Wir nahmen die Challenge für diesen Tag an und wurden von Ethan als erstes in die Wellen geschoben. Beide gaben wir auf den ersten Metern ordentlich Gas, um nicht von den größeren Wellen am Strand ausgehebelt zu werden. Tom hielt mittels der Pedale das Ruder im direkten Winkel auf die Wellen zu und schon hatten wir das Gröbste hinter uns. Die ersten Meter in Richtung Shaq Point waren dazu da, um sich mit dem Kajak vertraut zu machen. Da es an diesem Tag sehr wellig war, mussten wir zunächst austesten, in welchem Winkel wir relativ parallel zu den Wellen fahren konnten. Bei manchen mussten wir das Boot dann aber doch immer wieder in die Welle steuern, um nicht umzukippen. Nachdem wir dann Vertrauen in unser gelbes Kajak hatten, ging es recht zügig voran und wir sahen schon bald Seelöwen beim Sonnenbad auf den Steinen, verschiedene badende oder fischende Vögel und größere Fische im Wasser. Gegen 11 Uhr steuerten wir dann in Ethans Lieblingsplatz, den Shaq Harbour, ein, um einen Kaffee zu trinken. Dort war das Wasser ganz ruhig, weil es durch die Felsen am Eingang der Bucht geschützt wurde. Diese ruhige Lage machte sich damals auch ein Maori-Stamm zunutze, um hier Wakas anzubinden oder Fisch zu fangen. Da der Shaq Harbour bei Ebbe komplett ohne Wasser ist, spannten die Maoris am Eingang Netze auf, sodass das Wasser sich zurückziehen konnte, die Meeresbewohner aber nicht. Fischen einfach gemacht - smarte Jungs die Maoris! Ethan erzählte uns sehr pathetisch und gestenreich auch noch die Geschichte vom Seefahrer Abel Tasman, der letztendlich Angst vor den Maoris hatte, als diese mit ihren Kriegswakas zu seinem Boot kamen. Genug Pause, wir fuhren aus der ruhigen Bucht wieder in die Wellen, um Seelöwen und ihre Jungen zu beobachten. Einfach süß wie sich die Jungen in der Sonne aalten und neugierig auf die gelben Kajaks schauten. Wir paddelten nun in Richtung Mosquito Bay, wo wir unseren Lunch zu uns nehmen wollten. Diese wunderschöne Bucht mit noch schönerem Strand wurde zum Glück ihrem Namen nicht gerecht, sodass wir ohne die nervigen Stechbomber unser Sandwich genießen konnten. Mittlerweile waren es 14 Uhr und Ethan zeigte uns noch, wie die Maoris auf einer Muschel tröteten oder Bumerang warfen. Das mussten wir natürlich ausprobieren und es war ziemlich lustig, was für schräge Töne aus der Muschel ertönten. Die Maoris hätten sich damals mit unserer Trötkunst wahrscheinlich eher selber erschroken, als dass sie die Feinde eingeschüchtert hätten. Nach einem kurzen Bad stiegen wir ein letztes Mal in die Kajaks, um zur Barks Bay zu fahren. Unsere beiden englischen Freunde waren mit den Kräften am Ende, sodass wir das Wassertaxi gute 40 Minuten eine Bucht früher orderten. So wird das nix mit dem Weltmeistertitel England! ;-) Insgesamt legten wir 12 km im Kajak zurück, was Ethan eine gute Leistung nannte. Plötzlich bremste das Wassertaxi abrupt und wir konnten dann noch den kleinen Blaupinguin beim Baden mitten im Meer sehen. Er ließ sich nicht stören und tuckerte an der Wasseroberfläche so vor sich hin. Zur Krönung des Tages wartete dann noch einer der besten Burger Neuseelands, so wird er jedenfalls angepriesen, auf uns - The Fat Tui Burger. Diese Bude steht bei Kahu Kajaks auf dem Gelände und bietet verschiedene Burger an, die allesamt groß sind und superlecker aussehen. Unser Burger waren der Hit und wir konnten verstehen, dass uns viele vor Erreichen des Abel Tasman Nationalparks diese Burger empfohlen. Nach dieser Stärkung machten wir uns zu einem DOC-Campsite auf, der auf dem Weg zu Golden Bay einsam in der Natur liegt. Die Schotterstraße dorthin war dementsprechend beschwerlich, es hatte sich aber jeder Kilometer gelohnt, denn wie so häufig lag auch dieser DOC-Campsite fantastisch.

Am nächsten Tag fuhren wir nach einer kurzen Morgenwanderung zum Harwoods Hole, Neuseelands tiefstem senkrechten Höhleneingang, rollten wir die Schotterpiste zum Highway zurück und tuckerten, die Kurven war sehr sehr eng, in die Golden Bay, ein. Diese zeigte sich zuerst bei Ebbe, sodass wir rechts und links des Highways viele wattenmeerähnliche Gebiete sahen, in denen bei Flut das Wasser ist.

Uns kamen diese wasserfreien Flächen sehr groß vor und wir fragten uns, ob sich bei Ebbe das Wasser überall auf der Welt gleich weit zurückzieht? Herr Google spuckte uns dann später die Antwort etwas herablassend aus, dass eben jeder Reisende selbstverständlich wüsste, dass die Gezeiten auf der Welt nicht überall gleich stark ausgeprägt sind. Hand aufs Herz, wer wusste das? Wie auch immer, hier zog sich das Wasser sehr sehr weit zurück. Und als wir so die Golden Bay entlang fuhren, streiften unsere Blicke über die wundervolle Küstenlandschaft um dann am "Ende" der Bucht den berühmten langen Landzipfel zu sehen. Dieser sieht, wenn man sich eine Karte anschaut, aus wie der Schnabel eines Kiwis und ist ein Naturschutzgebiet, in dem viele Vogelarten in Ruhe leben können. Wir düsten bis dort, wo man definitiv nicht mehr weiter konnte und checkten auf dem hiesigen Campingplatz ein. Der Platz war toll, jedoch zahlten wir die exponierte Lage mit. Wie dem auch sei, für eine Nacht auszuhalten. Bei diesen Halsabschneiderpreisen fällt mir grad noch ein, dass die Golden Bay früher Murderer Bay hieß. Sie wurde durch Abel Tasman so getauft, weil er vier seiner Seeleute beim Kampf gegen die Kriegswakas verloren hatte und durch sein Fernrohr mit ansehen musste, wie die Maoris die Jungs über dem Feuer am Strand rösteten und aßen. So die Geschichte.

Eine der Hauptattraktionen in der Nähe der Golden Bay ist der unfassbar schöne Wharariki Strand. Wir haben nun schon den einen oder anderen Strand gesehen, der Wharariki Beach schaffte es aber definitiv mit dem White Haven Beach in Australien in unsere die TOP 2. Wir gingen am Abend mit Ulla und Jörg aus München, unseren Nachbarn für eine Nacht, gemeinsam durch die hügelige Graslandschaft an Schafen vorbei zum Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen. Der Weg war schon toll, vor allem auch deswegen, weil Tom in Jörg einen ebenso großen Käsekuchenfan gefunden hatte und sich beide an den Vorstellungen der leckersten Rezepte ergötzten. Dass das Gebabbele der beiden beim Anblick des Strandes dann verstummte, sagte alles über die Schönheit der Dünenlandschaft und des davor liegenden Strandes aus. Wir rannten die Dünen rauf und runter, machten ein Timelapse, beobachteten die spektakulären Farben am Himmel und staunten über die riesigen Sandstein Klippen im Wasser. Wahrscheinlich zum wegträumen. Wir beschlossen den Abend dann mit einem wahren Festmahl, denn es gab den frischen Lachs mit angeschwitzten Zwiebeln und Knoblauch, den wir im Vormittag selber in der Anatoki Salmon Farm geangelt hatten. Wir hatten zwei Lachse gefangen, einen filetieren und einen räuchern lassen. Ein richtige Gaumenexplosion!

Am nächsten Morgen tauschten wir noch mit unseren Freunden aus München Kontaktdaten und Bücher aus, um dann bei Sonne am Strand einen Spaziergang zu machen. In irgendeinem Reiseführer lasen wir, dass man sich am Wharariki Beach wie in einer anderen Welt fühlt, und so war es irgendwie auch. Kaum eine Menschenseele war da, nur die zahlreichen Vögel lebten ihren Alltag am Strand aus und eine Robbe plantschte im Wasser. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt, um zum Pillar Point eine kurze Wanderung zu machen. Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick über die Landschaft! Zudem hatten wir noch zwei Dinge auf dem Zettel stehen, bevor wir nach Nelson fahren wollten. Zum einen wollten wir das Brot der deutschen Bäckerei in Takaka testen (toll!!!) und zum anderen wollten wir der Pu Pu Quelle bei Takaka einen Besuch abstatten. Aus dieser für Maoris heiligen Quelle strömen gute 14000 Liter Wasser pro Sekunde. Es ist das zweitreinste Wasser der Welt, welches nur von dem in der Antarktis getoppt wird. Die Farben, die sich uns an diesem Ort boten, waren unvergleichlich. Wir hatten das Gefühl wie beim Scnorcheln, weil wir bis zum Boden schauen und alle Pflanzen klar erkennen konnten.

Nelson 28.01.2013

Dank Hostelbookers Deutschland konnten wir endlich nochmal zwei Nächte in einem richtig guten Bett, einem Bett des Prince Albert Backpackers schlafen.

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Das Backpackers wurde vor fünf Monaten von einem jungen Paar übernommen und man merkt, dass hinter diesem "Projekt" eine Menge Herzblut steckt. Die Sauberkeit war nicht zu toppen, die Betten waren gut und es gab alles, was das Backpackerherz so braucht. In der Küche gab es sogar SCHARFE Messer. :-) Des Weiteren konnte man im Hinterhof (mit Hängematten!), im Fernsehraum, im Spieleraum (Tischtennisplatte etc.) oder im Internetraum relaxen. Das Internet an den bereitgestellten Computern und das WIFI war im Preis enthalten, eine Seltenheit. Es funktionierte einwandfrei. Zudem konnte man sich gute Fahrräder für zwei Stunden umsonst ausleihen. Perfekt für die kleine Stadt Nelson. Zuletzt müssen wir das Frühstück mit Kaffee, Tee, warmen Waffeln, Toast, Marmelade und Butter noch erwähnen. Dieses wurde im angegliederten Pub morgens angeboten und bildete einen tollen Start in den Tag. Das Beste kommt dann aber zum Schluss, die beiden Besitzer aus Neuseeland und Brasilien! Sie waren unfassbar freundlich, hilfsbereit, hatten immer Zeit für eine Unterhaltung und wir spürten, dass die beiden mit dem Backpackers ihren Traum verwirklichten. Wir können somit das Prince Albert Backpackers ohne Bedenken weiterempfehlen und wünschen Mike und seiner Frau unendlich viel Erfolg! Danke für die schöne Zeit!

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Was machten wir in Nelson? Wir liehen uns natürlich die Fahrräder des Hostels aus und düsten durch die Stadt. Eines der Fahrräder hatte Blümchen vorne am Lenker angebracht und ihr habt drei Versuche, wer sich dieses wunderschöne Fahhrad schnappte! Nachdem wir dann einmal die Haupteinkaufsstraße mit ihren kleinen Geschäften durchfahren hatten, erreichten wir den Hafen. Da es dort nicht wirklich viel zu sehen gab, wählten wir den Fahrradweg am Fluss entlang und wollten die vom Hostel empfohlenen Schwimmstellen finden. Nach 30 Minuten fanden wir sie und gönnten uns ein Bad im erfrischenden Wasser. Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem Jagen des Abendessens im Supermarkt und dessen Zubereitung. Wer in Nelson mehr machen möchte: die Stadt ist bekannt für seine Brauereien. Ein anderer Backpacker machte mit dem Fahhrad eine Tour und kam leicht angesäuselt zurück. :-) Es kann also nicht zuuuu schlecht sein. ;-)

Am kommenden Tag fuhren wir mit der Fähre nach Wellington, um dort unsere Freunde Kieran und Michelle, beide trafen wir in Laos, zu besuchen. Was wir in Wellington und auf der Nordinsel machten, könnt ihr unter "Nordinsel" nachlesen.

Viel Spaß dabei!

Euer Tom und eure Vera