Wieso, weshalb, warum - wer sich wagt kommt rum!

So oder so ähnlich kann man wohl unsere Motivation fürs Reisen umschreiben. Die Lust und Neugier andere Länder, andere Menschen und andere Sitten kennen zu lernen, steckt wohl schon immer irgendwie in uns beiden. Unsere gemeinsame Freude daran haben wir letztendlich auf unseren ersten längeren Reisen in die USA 2008 und nach Kanada 2009 entdeckt. Dabei lernten wir das Reisen über einen längeren Zeitraum für uns zu schätzen, da es uns ein Mehr an Erlebnissen und Zweisamkeit bot. Erstmals sprachen wir über Reiseziele, -ideen und –träume ... erstmals hatten wir Freunde, die die Welt in Form einer einjährigen Weltreise entdeckten ... erstmals reifte der Gedanke, den Alltag für zwölf Monate hinter uns zu lassen und gemeinsam die Welt zu bereisen.

Aber langsam, wie sah es denn eigentlich in unseren Köpfen aus? Wie fand jeder für sich den Weg zum Traum „Weltreise“?

Vera:
Hätte mir jemand noch vor einigen Jahren gesagt, dass ich mit 36 Jahren mal für ein Jahr die Welt bereisen würde, dann hätte ich demjenigen wohl wahrscheinlich einen Vogel gezeigt! Tom und ich haben schon einige Arten von Reisen zusammen gemacht, sei es das Zelten, der Strandurlaub, diverse Städtereisen, einige Skiurlaube und auch zwei geniale Rundreisen. Besonders aber bei unseren Rundreisen habe ich gemerkt, dass das genau mein Ding ist! So wollte ich mit Tom über einen längeren Zeitraum reisen.

Reisen bedeutet in diesem Fall für mich, Zeit zu haben und sie vor allem auch genießen zu können, andere Menschen und Länder kennenzulernen, über den eigenen Schatten zu springen, z.B. Vorurteile abzubauen oder Ängste zu überwinden!

Der Gedanke an eine Weltreise entstand bei mir, als ich genau diese Reise bei sehr guten Freunden von uns mitverfolgte, Simi und Sven. Die beiden haben 2008/2009 eine Weltreise gemacht. Es dauerte nicht lange und schon war ich vollkommen infiziert. Ich machte jeden Tag meinen Rechner an und konnte es kaum erwarten, etwas Neues über die beiden zu lesen bzw. die neuesten Bilder zu sehen. Durch ihre Reise habe ich ein solches Projekt plötzlich mit ganz anderen Augen gesehen ... ich hatte die Angst davor verloren, mich auf solch neues Territorium zu begeben.
Eigentlich bin ich schon ein kontrollierter Mensch und ich weiß gerne, was wo auf mich zukommt - auch wenn ich auf der anderen Seite ein gewisses Risiko liebe. Irgendwie ein Widerspruch in sich... Aber genau da liegt für mich auch irgendwo der Reiz an der Sache: Risiko.
  • Bin ich bereit mich fallen zu lassen und Entscheidungen abzugeben oder werde ich alles selber noch mal kontrollieren?
  • Werde ich Vertrauen zu Sachen erlangen, die ich mich vorher nie getraut hätte?
  • Und mal etwas anderes: Wie wird es sein, ein Jahr lang mit Tom 24 Stunden zusammen zu sein, ohne stützende Familie und Freunde? Sind wir nach der Reise noch so glücklich miteinander oder hat sich etwas Grundlegendes verändert?
Das gilt es alles herauszufinden - ich freu mich drauf!
Tom:
Der Wunsch nach Veränderung, Abenteuer und Freiheit begleitet mich ständig. Mein Papa bezeichnete mich immer als einen freien Vogel, der sich nicht einfangen lassen will. Und Papas Bücher mit Natur- und Tierfotografien sind es dann wohl auch gewesen, die mir schon früh das „Abenteuergen“ infiltriert haben. Denn als kleiner Junge nahm ich mir Papas Bücher aus dem Regal und blätterte in diesen stundenlang rum. Meine Eltern erzählen mir heute noch, wie fasziniert ich diese Bücher immer und immer wieder wälzte und zunehmend interessierter wurde. Daraus entwickelte sich dann irgendwann der Traum, die Welt zu sehen, Kulturen und Menschen kennen zu lernen, Länder zu erkunden, Natur und Tiere zu erleben.
Da ich ein Mensch bin, der immer nach dem Sinn, der hinter meinen Handlungen steht, sucht, zermarterte ich mir in vielen ruhigen Momenten den Kopf darüber, was denn nun der Sinn hinter dem Traum Weltreise sein könnte. Neben den erwähnten Aspekten Veränderung, Abenteuer und Freiheit schwirrte mir ein Gedanke eigentlich jedes Mal durch den Kopf: ich wollte etwas „Gutes“ machen, irgendwem irgendwo auf dieser Welt helfen. Da schloss sich für mich ein Kreis. Während meines Lehramtsstudiums und der folgenden Ausbildung zum Lehrer machte ich mir zunehmend Gedanken darüber, wie es Kindern in sozialschwächeren Ländern geht und wie gut es Kinder in Deutschland haben. Der Sinn meiner Reise war gefunden: Kindern mit Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, helfen. Ich will auf der Reise lachende Kindergesichter sehen und in meinem Kopf abspeichern dürfen! Vielleicht bringe ich Euch allen ja auch diese lachenden Gesichter mit? Lasst Euch überraschen...
Ich sprach mit Vera über meine Gedanken und sie war begeistert. Zusammen fanden wir viele Ansätze, wie wir helfen könnten. Wir sprudelten nur so vor Ideen, holten uns Meinungen der Familie, von Freunden und Kollegen ein. Die Idee kam auch bei unseren liebsten Mitmenschen gut an und unser Elan war von nun an kaum zu bremsen. Der Sinn unserer Reise war gefunden!

Und jetzt stehen wir vor unserer bisher größten Herausforderung:

Die Welt - wir beide - ein Jahr!

Wir freuen uns auf alles, was uns in der Zeit erwartet!

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